STD-Lacksäufer mal wieder: Schwarzer in Writers Room angefeindet wegen N-Wort

Es gibt Dinge, die sind so blöd, die können nur im Zusammenhang mit Star Trek: Discovery passieren. Dort hat man gerade einen der profiliertesten Vertreter der afro-amerikanischen Kultur aus dem Writers Room vergrault, weil er unverblümt über erlebten Rassismus sprach.

Als langjähriger Star Trek-Fan, der pflichtbewusst noch dem Unverdaulichsten die Treue hält, frage ich mich ja schon länger, ob die Verantwortlichen bei Star Trek: Discovery Lack gesoffen haben. Wir erinnern uns: Bei Star Trek: Discovery, kurz STD, erscheinen KIs in Gestalt von Männern, um sie frauenfeindlich abzuwatschen, auf dass Superheldinnen sie zur Strafe tot foltern.

STD war die Show, in denen einst für ihre Ehrenhaftigkeit bekannte Sternenflottenoffiziere milliardenfache Mörderinnen zur Freundin haben. Besagte Folterweiber dürfen sogar schwulenfeindliche Witzchen reißen. Captain Pike, der anständigste aller Kapitäne, zwinkert dem Hitlerverschnitt noch zu.

Es handelt sich bei STD auch um jene Show, die uns weismachen wollte, dass alle Planeten des bekannten Raums in Shuttlereichweite liegen, nur dann nicht, wenn es drauf ankommt. Doch genug auf Altem herumgeritten. Es gibt Neuigkeiten aus dem Writers Room und die sind so abwegig, dass ein ausgewiesener Hater, wie ich es bin, sie nicht absurder hätte erfinden können.

N-Wort in Writers Room von Discovery verboten

Es geht um die Unbotmäßigkeit des afro-amerikanischen Schriftstellers Walter Mosley. Nun hat Mosley niemanden beleidigt oder sich an jemandem versündigt, wie es Ex-CBS-Boss Les Moonves nachgesagt wird. Vielmehr nahm er das böse N-Wort in den Mund.

Der 67-Jährige ist, wie gesagt, selbst schwarz und hat den Begriff nicht mal im Zusammenhang mit Anwesenden fallen lassen. Tatsächlich erzählte er vor versammelter Mannschaft eine Geschichte aus seiner eigenen, durch Rassismus geprägten Vergangenheit. Darin kam ein Polizist vor, der durch gewisse Ortschaften fährt und alle N….. anhält.

Die bloße Verwendung des Wortes fand eine Schneeflocke im Writers Room von Discovery so anstößig, dass sie Mosley in der Personalabteilung verpfiff. Der wurde daraufhin tatsächlich erbost zur Rede gestellt. Offenkundig gibt es im Writers Room eine Liste mit Begriffen, die man, egal in welchem Zusammenhang, nicht sagen darf.

Mosley hält dazu fest: „Da war ich nun, ein schwarzer Mann in Amerika, der mit Millionen von anderen die Geschichte des Rassismus teilt. Und viel zu oft als Untermensch behandelt wurde. Wenn diese Geschichte angesprochen werden durfte, dann nur in Worten, die mein Arbeitgeber als akzeptabel betrachtet. […] Da war ich nun und wurde dafür bestraft, weil ich das Wort, das mich und meinesgleichen jahrhundertelang unterdrückt hat, kritisiert hatte.“

Auf Nimmerwiedersehen

Mosley kündigte daraufhin. Was veständlich ist, denn wer will schon mit solchen Konfuslingen zusammenarbeiten? Ironischerweise gilt Mosley als einer der profiliertesten Vertreter der afro-amerikanischen Kultur. Der Autor zahlreicher Romane hätte das Autorenteam um den talentbefreiten Alex Kurtzman ganz erheblich aufgewertet. Aber daran besteht anscheinend keinerlei Interesse. Vielmehr geht es um den politkorrekten Schein, nicht darum, wirklich etwas zu verändern. Die Stärken des Star Trek-Franchise lagen einst in der kritischen Auseinandersetzung. Denk- und Sprechverbote kannte man nicht.

Doch davon haben sich Kurtzman, Paradise und Konsorten verabschiedet. Statt Frauen durch Führungsstärke und nachvollziehbares Handeln stark sein zu lassen, gibt es blasse Superheldinnen, die Männer als Deppen deklassieren. Eine internationale Crew kann auch nicht mehr für sich selbst sprechen, stattdessen wird hinter den Kulissen ausschließlich nach Quote besetzt.

Futter für Rechtspopulisten

Vermutlich sind Kurtzman und seine Tugendbolde nicht clever genug, um zu erkennen, dass sie der Sache einen Bärendienst erweisen. Mit Quotenwahn und Sprechverboten liefern sie den schärfsten Kritikern der offenen Gesellschaft Futter. Schaut her, werden sie rufen, wohin uns der Liberalismus führt. Nicht mal die Wahrheit darf man sagen.

Dabei ist das, was bei Star Trek: Discovery hinter der Kamera abgeht, weit davon entfernt, liberal zu sein. Da sitzen keine weltoffenen Vernunftlinge, sondern Sektierer in den Führungspositionen. Sie wollen uns bloß weismachen, sie wären Sprachrohr der offenen Gesellschaft.

Ich weiß nicht genau, wie sie es geschafft haben, aber offenkundig hat die komplette Besatzung eines Narrenschiffs die Führungsetage gekapert. Unbestätigten Gerüchten zufolge (Quelle: Der Geist meines Großvaters, der mir im Traum erschien) sind ein paar greise Narren den üblichen Schreihälsen auf den Leim gegangen. Qualifikation war bei der Besetzung nie ausschlaggebend. Nun haben die a-offenen millionenschwere Verträge und man wird sie nicht mehr los.

PS: Walter Mosley erwähnt Star Trek: Discovery mit keinem Wort, doch es ist ziemlich klar, welchen Writers Room er meint. CBS hat sogar mit einer Stellungnahme geantwortet, was für sich genommen schon vielsagend ist, wenn man nicht namentlich angesprochen wird. Inhaltlich lässt sie genauso tief blicken.

Zusätzliche Bildnachweise: CBS;

Walter Mosley at the 2007 Brooklyn Book Festival von David Shankbone unter CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2767069 (von mir für den Aufmacher bearbeitet)

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