Star Trek: Picard Staffel 2 – Teaser-Trailer, Q, alternative Zeitlinie, böse Sternenflotte und Zeitreise?

Für Star Trek: Picard Staffel 2 werden mal wieder alte Gesichter ausgebuddelt, die Zeitlinie verändert und alternative Leben geführt. Neu klingt das alles nicht, doch John de Lancies aka Qs Rückkehr lässt einen alten Fan aufhorchen. Die mögliche Handlung habe ich einmal versucht, aufzuschlüsseln.

Wo soll ich anfangen? Bei mir herrschte in puncto Picard ja längere Zeit Funkstille. Ich habe also ein bisschen was aufzuholen. Am besten lege ich mit den letzten Neuigkeiten los: dem Teaser-Trailer zu Season 2.

Staffel 2: Picard trifft auf genauso alten Q

Im Trailer bekommen wir Q erstmals seit Voyager wieder in einer Realfilmserie zu Gesicht. Das hatte CBS zwar schon nach Ostern angekündigt, damals aber noch kein Bildmaterial präsentiert. Man sieht Q im neuen Teaser-Trailer von Picard Staffel 2 nur kurz. Doch das reicht, um festzuhalten, dass John de Lancie keine künstliche Verjüngung erhält. Angesichts der CGI-Künste der Verantwortlichen ist das aus meiner Sicht die richtige Entscheidung. Wenn ich an den grotesk entstellten Brent Spiner denke, gruselt es mich nämlich noch heute. Klar, der omnipotente Q sollte nicht altern. Aber was will man als Serienverantwortlicher fast 35 Jahre nach Qs erstem Erscheinen auch machen? Jung wird er nie wieder sein. Allenfalls noch älter und eines Tages gar nicht mehr sein.

Da Q auf Picards Alter anspielt, nehme ich an, dass er sich seinem Lieblingsmenschen freundlicherweise anpasst. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die CGI-Künstler zumindest für einen kleinen Moment ihre tricktechnischen Muskeln spielen lassen. Meiner Einschätzung nach sähe das folgendermaßen aus: Man erblickt den um keinen Tag gealterten Q, lässt ihn über Picards Alter herziehen – und ein Fingerschnippen später erscheint Q selbst als Opi. Für so eine Momentaufnahme könnte ich auch mit mittelmäßiger CGI leben.

Vielleicht gibt es einen solchen Moment auch gar nicht. Die Mistgabel würde ich in dem Fall trotzdem im Stall lassen. Q betonte zwar stets seine Unsterblichkeit. Allerdings konnte de Lancie bereits in Voyager seinen Reifeprozess nicht mehr mit Make-up kaschieren. So fair sollte man an der Stelle sein. Dass Q sich Jean-Luc zuliebe älter macht, kann man sich notfalls auch denken.

Neue Zeitlinie durch Q: Und wieder sind alle böse

Obwohl der Trailer nicht unbedingt mit Spoilern um sich wirft, kann ich mir aus den Hinweisen einiges zusammenreimen. Ein hilflos wirkender Picard findet seine romulanischen Helfer nicht und trägt einen seltsam abgewandelten Sternenflotten-Button. Q erscheint und faselt etwas von den Wegen, die nicht eingeschlagen wurden. Während die Vorschau nun auch die anderen Charaktere im Zustand der Verwirrung zeigt, hört man aus dem Off, dass die Zeit „zerbrochen“ sei und die Zukunft gerettet werden müsse. Wir befinden uns demnach in einer alternativen, von Q geschaffenen Zeitlinie. Die Verzweiflung in den einzelnen Stimmen sagt mir, dass die Ereignisse einen unerfreulicheren Lauf nahmen und sich nur die Hauptprotagonisten von Star Trek: Picard an die korrekte Chronologie erinnern.

Vor fünf Jahren hätte ich darin einen spannenden Handlungsbogen gesehen. Nach den blutrünstigen Ausflügen ins STD‘sche Mirror-Universum ist mein Bedarf an Fascho-Menschheit-Alternativgeschichte aber erst einmal gestillt. Zumal sich die Erdenbewohner in Picard Season 1 schon nicht mehr von ihrer besten Seite gezeigt haben. Es gab zwar keine offizielle Bad-Guy-Zeitlinie; Föderation und Sternenflotte verhielten sich in der Vergangenheit allerdings schon zivilisierter. Hätte auch Putins Russland sein können oder ein Expanse mit schlechteren Drehbüchern. Aber sei’s drum.

Picard Staffel 2: Auch eine Zeitlinie mit TNG-Bezug denkbar

Um Qs „Korrekturen“ zu beheben, scheint es erneut durch die Zeit zu gehen. Nach Discovery Season 2 und Season 3 kommt mir auch das einfallslos vor. Gut, das „Time broken“ alleine meißelt ein Zeitreiseabenteuer jetzt nicht in Stein. Bei Set-Bildern, die vor ein einigen Wochen geleakt wurden, sieht das anders aus. Raffi und Seven fahren dort mit einem stinknormalen, aus unserer Gegenwart stammenden Bus durch die Landschaft. Stewart hingegen ließ schon im November verlauten, dass die Dinge „back on track“ müssen. Auch das klingt stark nach Zeitreise. Ebenso wie das zeitgenössische Los Angeles auf dem jüngsten Plakat zu Season 2. Stewart bringt nicht zuletzt mit „Days of the Future Past“ reichlich Erfahrung in Sachen Alternativgeschichte mit. Wenn man es böswilliger formulieren wollte, könnte man auch sagen, dass die Schreiberlinge um Alex Kurtzman erneut bei der Konkurrenz abkupfern.

Müsste ich mich auf eine Zeit festlegen, in die man in Picard Staffel 2 reist, wären das die 2070er Jahre. Q hatte Picard im Piloten von Star Trek: The Next Generation seinerzeit schon in diese Epoche versetzt. Am Beispiel eines völlig geistesgestörten Schauprozesses wollte er dem Captain der Enterprise die Barbarei der Menschheit vor Augen führen. Es war eine furchtbare, von den Nachwirkungen des Dritten Weltkrieges gezeichnete Epoche. Auch Colonel Green könnte zu dieser Zeit noch schrecklich gewütet haben. Kurz darauf bekamen wir Menschen noch die Kurve.

Ich behaupte an der Stelle mal, dass wir in Qs neuer Timeline nicht mehr rechtzeitig abgebogen sind. Und ich behaupte, dass Picard sowie die Mannschaft der La Sirana in einer daraus resultierenden, stark veränderten Zukunft erwachen. Q hegte ja in TNG tatsächlich eine Zeit lang Zweifel, dass die Menschheit alte Gewohnheiten nachhaltig überwinden konnte. Die Ereignisse aus Picard Season 1 könnten diese Zweifel nun neu entfacht haben. Dazu später im Text mehr.

Bad Starfleet: Nicht weit in den letzten 300 Jahren gekommen

In dieser neuen Zukunft scheint Annika Hansen nie assimiliert, nie Seven of Nine geworden zu sein. Das könnte bedeuten, dass Menschen nie auf die Borg gestoßen sind. Ohne Allianzen und größtenteils mit sich selbst beschäftigt, werden sie für einen Kontakt möglicherweise nicht weit genug ins All vorgestoßen sein. Eine Art Sternenflotte existiert anscheinend trotzdem. Die gab es, wie Enterprise zeigt, allerdings schon vor Föderationsgründung als Teil der Vereinigten Erde. Vielleicht ist sie das in Qs Zeitlinie noch immer. Denkbar wäre natürlich auch eine kleinere Föderation, der sich neben der Erde lediglich eine Hand voll andere, mutmaßlich fehlgeleitete Spezies anschlossen. Das potentielle Föderationsabzeichen, das Seven of Nine als Brosche aus der Schatulle holt, könnte man so deuten. Wobei die stilisierten Sterne auch alle für Erdkolonien oder besetzte Welten stehen können anstatt für gleichrangige Mitglieder.

Picard Staffel 2 zeigt offenbar eine alternative Föderation mit weniger Mitgliedern oder eine Vereinigte Erde mit Kolonien.

Spannenderweise befindet sich die La Sirena Sessel-Aufnähern nach im Dienst der alternativen Sternenflotte. In der eigentlichen Zeitlinie allerdings ist der Frachter als ziviles Schiff unterwegs. Hintergrundinformationen nach ist sie nicht einmal föderierten Ursprungs. Sie wurde lediglich von Cristóbal Rios im Laufe der Jahre mit Föderationstechnologie aufgepeppt. Auf die Erklärungen, die uns Season 2 von Picard hoffentlich liefert, darf man gespannt sein.

In Picard Staffel 2 gehört die La Sirena laut Trailer zur Sternenflotte. Die scheint aber in einem bösen Alternativuniversum angesiedelt.

Logisch ist es mit Blick auf den Schmetterlingseffekt übrigens nicht, dass in einer komplett anders verlaufenen Zeitlinie dieselben Menschen das Licht der Welt erblicken. Allerdings ist auch Qs Mitwirken bei deren Entstehung zu bedenken. Als Altfan muss ich überdies zugeben, dass es schon im Spiegeluniversum keinen Sinn ergeben hat, dort dieselben Charaktere nach einer radikal anders verlaufenen Geschichte auflaufen zu lassen.

In Picard Staffel 2 übernehmen die Faschisten – Happy End in Sicht?

Davon, dass die neue Zeitlinie ein Riesenarschloch ist, gehe ich aus. So sind Raffi und Elnor womöglich aus dem Grund auf der Flucht, dass Alienhasser Blutschande gerufen haben. Vermutlich sind wegen des vorherrschenden Rassismuses auch Picards Romulanerfreunde nicht auffindbar. Als „Ausländer“ könnten sie schlicht unerwünscht sein. „Terra Prime“ propagierte ja in den 2150er Jahren der Hauptzeitlinie noch Ähnliches. Allerdings konnte Captain Archer der xenophoben Gruppe, die während des Xindi-Konflikts an Zustimmung gewann, Einhalt gebieten. Passend zu den Nazivergleichen kommt der bereits erwähnte Bilder-Leak wie gerufen. Dieser gewährt einen detaillierteren Blick auf die alternativen „Föderations“- und Sternenflottenabzeichen. Und was soll man noch groß sagen: Die schwarz-weiß-rote Farbgebung geht schon sehr Richtung Nationalsozialismus. Vielen Dank an Trekyards an der Stelle fürs Finden:

Schwarz-weiß-rote Flaggen sollen wohl deutlich machen, dass es in Star Trek Picard Staffel 2 in eine alternative, nicht gerade positive Zeitlinie geht.

Nicht ganz so dick trug die Beflaggung des angesprochenen Schauprozesses aus den 2070er Jahren auf.

Star Trek Picard Staffel 2: Greift man die Schauprozesse aus den 2070er Jahren wieder auf?

Abseits der Zeitlinien-Thematik hat sich eventuell noch ein fetter Spoiler in den Teaser-Trailer geschlichen. Wir sehen nämlich erneut Picard in Admiralsunform. Es handelt sich allerdings nicht mehr um jenes Exemplar, das Picard in den Rückblicken der ersten Staffel trug. Auch sein Abzeichen hat sich verändert. Wie die Uniformen der neben Picard im Halbkreis formierten Sternenflottenoffiziere stammt es aus dem Jahr 2399, sprich: den Ereignissen der Season-1-Haupthandlung. Sehen wir hier etwa schon das Happy End des nächsten Staffelfinales?

Alternativ könnte die Szene auch direkt nach den Ereignissen aus Season 1 spielen: Picard verkündet zurück auf der Erde, nun wieder stolz die Sternenflottenuniform tragend, gemeinsam mit Raffi das Ende der Sanktionen gegen Androiden. Kurz darauf findet dann die Begegnung mit Q statt.

Gehören Ferengi und Klingonen in Season 2 zur Föderation?

Etwas widersprüchlich erscheint mir die Beflaggung des Events. Wir sehen die Banner der Föderation, des Sternenflottenkommandos, der Sternenflottenakademie, aber auch separat die Flaggen einzelner Mitgliedswelten der Föderation. Darunter Vulkan und Tellar. Gleichrangig daneben wehen die Fahnen von Nicht-Föderationsmitgliedern. Während es bei Bajor noch relativ realistisch erscheint, dass der Planet inzwischen zur UFP gehört, bin ich bei anderen Welten skeptisch. Der raubtierkapitalistische Moloch Ferenginar wird sich nach nur 20 Jahren unter Rom kaum ausreichend zivilisiert haben. Auch die Klingonen hatten in Deep Space Nine und Voyager mitunter noch recht seltsame Moralvorstellungen. Wie ich die Macher der neuen Serien kenne, sollte man die Beflaggung einfach so stehen lassen. Vermutlich haben Kurtzmans Set-Designer willkürlich ein paar namhafte Fahnen aufgestellt, ohne sich großartig Gedanken über Sinn und Unsinn zu machen.

Was man sicher noch gut sezieren kann, sind die alternativen Sternenflotten-Abzeichen in Qs neuer Zeitlinie. Die Macher der neuen Serien zeigen auch hier wieder ihr Faible für das Einbinden der Rangabzeichen ins Sternenflottensymbol. Anders als bei Star Trek: Discovery, wo man schon sehr nah vor den Figuren stehen muss, um die Pins zu entziffern, treten die unterschiedlichen Balken stark hervor. Bei Rios kreuzt einer dieser Balken das erneut gespaltene Sternenflottenzeichen. Vergrößert man die leider nur grob erkennbare Brosche Picards, sind dort vier Querbalken auszumachen. Nach alter TNG-Logik würde es sich bei Rios um einen Ensing oder auch Fähnrich handelt, wie man den untersten Offiziersrang früher fälschlicherweise übersetzt hat. Picard wiederum wäre mit vier Streben Captain. Man kann es leider nicht genau erkennen, aber falls die Farbgebung bei Picard mehr ins Goldene geht oder zusätzliche Umrandungen enthält, könnte er auch in der alternativen Zeitlinie als Admiral mit vier „Sternen“ unterwegs sein.

Mal wieder ein alternatives Sternenflottenabzeichen. In der alternativen Zeitlinie von Star Trek Picard Staffel 2 könne der Querbalken für den Rang des Ensings/Fähnrichs stehen

Picard Staffel 2: Der Prozess der Q endet nie – nur falsche Sicherheit in Voyager?

Um jetzt aber noch einmal auf Q zurückzukommen und auf seinen nie endenden Prozess: Erstmals hatte er die Menschen in der Pilotfolge von Star Trek: The Next Generation vor Gericht gestellt. Es ging dabei um nicht weniger als ihr Existenzrecht. Der omnipotente Q warf den Menschen damals vor, dass sie sich nach wie vor nicht unter Kontrolle haben. Wie die Crew der Enterprise-D mit einem als „Farpoint Station“ versklavtes Lebewesen umgeht, beobachtete er daher sehr genau. Im Lauf der Serie folgten weitere Prüfungen dieser Art – zum vorerst letzten Mal im Serienfinale „Gestern, Heute, Morgen/All Good Things“.

Obwohl Q zunächst feindselig erschien, die Menschheit sogar mit den Borg bekannt machte, schimmerte doch immer wieder Anerkennung durch. Allen voran erwies sich Q als nicht ganz heimlicher Bewunderer Jean-Luc Picards. Als Qs „Mon Capitaine“ im Serienfinale das Rätsel der Antizeitlinie löste, hielt Q ihn und seine Spezies an, endlich neue Formen der Existenz zu erforschen. Fertig war Q mit der Menschheit an der Stelle natürlich nicht. „Der Prozess endet nie“, raunte er Picard auch bei ihrem vorerst letzten Zusammentreffen zu.

Nachdem Captain Janeway später einem anderen, vom ewigen Leben gelangweilten Exemplar der Q-Spezies dabei unterstützte, sein Recht aufs Sterben einzufordern, entflammte eine Art Bürgerkrieg innerhalb des Q-Kontinuums. Obwohl vom Kontinuum nicht ernstgenommen, war es die Crew der Voyager, waren es Menschen, die den Konflikt schlichten konnten. Janeway wurde überdies Zeuge, wie Q mit einer weiblichen Q neues Leben schafft. Qs Sohn, verkörpert von de Lancies Sohn Keegan, sollte der Besatzung der Voyager in ihrer finalen Staffel später noch einmal auf den Geist gehen. Vom ewigen Prozess gegen die Menschheit war vor lauter Unbeschwertheit aber nicht mehr viel zu spüren. Zumal Q Kathryn Janeway zur Patentante seines Sohns gemacht hatte, was man wohl auch einem Q als Vertrauensbeweis auslegen darf.

Alex Kurtzman hat die Menschheit zu Despoten gemacht

In den seit 2017 von Alex Kurtzman produzierten Serien hat sich die Menschheit nun nachweislich zum Schlechten verändert. Neid, Gier, Sucht, Unterdrückung, Gewaltexzesse und Ideologien – all das hat in Discovery und Picard wieder Hochkonjunktur. Selbst die Föderation verhält sich wie ein Ellenbogen ausfahrender Nationalstaat unserer Zeit. Vor dem Hintergrund kam es für mich nicht überraschend, dass Q (aus dem Off) seine Drohung bereits im Oster-Teaser erneuerte: „The trial never ends – Der Prozess endet nie.“

Ob die neue-alte Prüfung mehr vom Kontinuum oder Q selbst ausgeht, wird sich erweisen. Ich glaube, dass Q trotz der in Voyager zur Schau getragenen Leichtigkeit wieder boshafter auftritt. Dafür hätte er jetzt reichlich Gründe. Ein klein wenig helfen wird er Picard, Seven und Co. mit Sicherheit trotzdem. De Lancie stellt zwar einen veränderten Q in Aussicht, allerdings ist Qs hinter Eitelkeiten und Spott verborgene Zugewandtheit eine seiner elementarsten Wesenszüge. Die wird er nach meinem Dafürhalten nicht vollends aufgegeben haben.

Picard Staffel 2 und 3 werden an einem Stück gedreht, Q mit mehreren Auftritten

De Lancie zufolge wird Q in sechs Episoden auftauchen. Da die letzte Staffel nur zehn Episoden umfasste, sollte er vergleichsweise häufig zu sehen sein. Allerdings sagt de Lancie auch, dass man Staffel 2 und 3 am Stück dreht. Falls sich auch seine Auftritte über zwei Staffeln erstrecken, würde das ihre Schlagzahl natürlich wieder relativieren. Neben de Lancie sollen übrigens auch wieder Brent Spiner und Jonathan Frakes mit von der Partie sein. Beiden sei de Lancie bereits während des Drehs über den Weg gelaufen. Bei Spiner geht man davon aus, dass er wieder als Dr. Altan Inigo Song in Erscheinung tritt. Eine Rückkehr als Riker steht bei Frakes allerdings noch nicht fest. Frakes hatte lediglich durchblicken lassen, dass er in Season 2 wieder Regie führt.

Ein Zitat von de Lancie lässt dabei aufhorchen: „Ich bin bei der nächsten Staffel von Picard dabei. Und Sir Patrick und ich haben eine ganze Reihe von Szenen gehabt, wo wir es sehr genossen haben, miteinander zu arbeiten. Ich habe eine mit Data, die am kommenden Dienstag stattfindet. Also ja, wir machen weiter.“ Data also. Wenn einer das machbar machen könnte, dann mit Sicherheit Q. Allerdings könnte sich der Darsteller auch schlicht auf Brent Spiner bezogen haben und eigentlich eine andere Rolle meinen. Das wird, erneut, abzuwarten sein.

In letzter Zeit hat meines Wissens niemand mehr über Woopie Goldberg als Guinan gesprochen. Dabei hatte man ihre Rückkehr bereits vor Monaten bestätigt. Ihr Erscheinen ergibt mit den aktuellen Hintergründen sogar doppelt Sinn. Einmal, weil sie fühlen kann, wenn etwas an der Zeitlinie nicht stimmt. Und zum anderen wegen ihres besonderen Verhältnisses zu Q. So war Guinan die einzige Person, vor der das scheinbar omnipotente Wesen im Vollbesitz seiner Kräfte je eine Art von Furcht empfand. Die Hintergründe ließ man damals leider im Dunkeln. Falls sie uns Star Trek: Picard Staffel 2 liefert, hoffe ich auf eine gute Erklärung.

Werden die Fehler aus Staffel 1 korrigiert?

Glücklich bin ich mit Datas Ende, der ja möglicherweise wieder auftaucht, nicht. In Nemesis kurioserweise doch nicht gestorben, hatte man seinen Geist so lange (20 Jahre!) in einer Simulation eingesperrt, dass er nicht mehr leben wollte. Aha. Was sprach noch mal dagegen, sein Bewusstsein in einen der vielen Androidenkörper zu verpflanzen, die auf Androidenhausen so rumlaufen? Bei Picard haute es am Ende ja auch ohne Probleme hin. War alles vielleicht nur eine Illusion Qs? Man erinnere sich nur an das Kartenspiel mit Data, von dem Picard zu Beginn der ersten Staffel träumt. Im April-Teaser erschien Q dann selbst in Form von Spielkarten. Kann zusammenhängen, muss aber nicht. Mir gefällt die Idee, dass die bekloppte erste Staffel rückgängig gemacht wird, jedenfalls enorm. Vielleicht war ja schon die Romulus zu Fall bringende Suppernova Teil einer Q´schen Prüfung. Sonnen ließen die Q immerhin schon während des angesprochenen Bürgerkrieges explodieren.

Michael Chabon, der Sternzeiten für blödes Zeug hält, ist zum Glück nicht mehr Showrunner. An seine Stelle tritt Terry Matalas, bekannt als Produzent der Serienadaption von 12 Monkeys. Er wirkte sogar schon in der Vergangenheit an Star Trek-Adaptionen mit: Bei den letzten Staffeln von Star Trek: Voyager war er ebenso wie an allen Seasons von Enterprise als Produktionsassistent an Bord. Letzterem steuerte er die Drehbücher zu „Kriegslist/Stratagem“ und „Impulsiv/Impulse“ bei.

Die Karten werden mit Picard Staffel 2 also neu gemischt. In welche Richtung es geht, lässt sich daher nur schwer voraussagen. Matalas hat auf der einen Seite das MacGyver-Reboot verbrochen, mit 12 Monkeys allerdings auch eine vielgelobte Serienadaption geschaffen. Eine weitere Katastrophe könnte uns demnach mit der gleichen Wahrscheinlichkeit wie solide Serienkost ins Haus stehen. Erfahren wird man es laut Teaser-Trailer 2022.

Deutsche Synchronfassung: Wer spricht Q nach Bussingers Tod?

Zum Abschluss möchte ich als deutschsprachiger Blogger noch kurz auf die Synchronfassung eingehen. Ernst Meincke, der sich Patrick Stewart in Star Trek: The Next Generation mit Rolf Schult geteilt hat, ließ in einem Interview der Media-Paten durchblicken, dass er auch Season 2 und 3 von Picard wieder synchronisieren will. Da Meincke wegen gesundheitlicher Probleme die letzten Jahre kaum mehr vor dem Mikro stand, ist seine Besetzung keine Selbstverständlichkeit. Laut Meincke habe sich das Team um Dialogregisseur Oliver Feld jedoch sehr viel Mühe gegeben, ihm trotz körperlicher Einschränkukngen in Staffel 1 Höchstleistungen zu entlocken. Sollte dieses Team erhalten bleiben und es auch seine Gesundheit weiterhin zulassen, werde er, Ernst Meincke, auch die kommenden Picard-Staffeln synchronisieren. Auch abseits dieser Erkenntnis kann ich Fans das Interview mit Meincke sehr ans Herz legen. Da spricht nicht nur ein Schauspieler und Kämpfer, sondern jemand, der sich Star Trek und seinen Fans verbunden fühlt.

Wer John de Lancie als Q synchronisiert, steht aktuell noch in den Sternen. Sein Stammsprecher Hans-Werner Bussinger mag den süffisanten Tonfall des omnipotenten Lebewesens perfekt getroffen haben, verstarb aber leider schon im Jahr 2009. Unlängst, bei einem kurzen Gastauftritt Qs in der Zeichentrickserie Star Trek: Lower Decks, war es Martin Umbach. Im Synchronforum wird aber bereits debattiert, ob Leute wie Engelbert von Nordhausen oder Bert Franzke nicht noch etwas besser passen. Ersterer ist die deutsche Synchronstimme von Samuel L. Jackson, während Franzke bereits in Fringe als Nachfolger Bussingers auf John Noble zum Einsatz kam.

Mich kann man nur noch positiv überraschen

Am Ende zählt natürlich vor allem, was die Originaldarsteller und Drehbuchautoren abliefern. Bei Season 1 würde ich fast schon sagen, dass Meincke und die deutsche Synchro das einzig Gute an der Serie waren. Seit der Machtübernahme von Alex Kurtzman mache ich mir tatsächlich keine großen Hoffnungen mehr auf gutes Star Trek – auch wenn mich Lower Decks etwas milder gestimmt hat. Diese Einstellung wird der eine oder andere zynisch finden. Allerdings hat sie den Vorteil, dass ich in puncto Star Trek nicht mehr enttäuscht werden kann.

Alle Rechte an Star Trek liegen natürlich bei CBS, Paramount Plus und für die hiesige Ausstrahlung bei Amazon Prime Video

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