Star Trek Discovery Staffel 3 Folge 2: Kurze Kritik zum Gewaltporno 3.02 „Far From Home“

„Far Frome Home“ beziehungsweise „Fern der Heimat“ heißt die zweite Folge der dritten Staffel von Star Trek: Discovery. „Jenseit der Vernunft“ wäre aber definitiv der treffendere Titel für diesen Gewaltporno. Showrunner Alex Kurtzman beweist so oder so wieder allergrößtes Unvermögen. Meine Review beziehungsweise meine Kritik zum als Star Trek getarnten Schurkencomic. (Discovery Staffel 3 Folge 2)

Oh, Alex. Ich habe dir ja nie besonders viel Talent zugestanden. Nicht als Autor, nicht als Kenner Star Treks, nicht als Showrunner. Einen Schaden, den habe ich dir im Eifer des Gefechts sicher mehr als einmal attestiert. Aber da hatte mich stets die Wut übermannt. Ich stand nie ernsthaft hinter diesem Vorwurf. Bis jetzt.

Das, was du in der zweiten Folge von Staffel 3 ablieferst, ist ein Gewaltporno erster Güte. Der weiblichen Inkarnation Adolf Hitlers kleben die Überreste Lelands noch an den Schuhen. Und was machen die Charaktere? Sie kommentieren es trocken. Über die arme Sau, die den von Leland übrig gebliebenen Matsch althergebracht wegschaufelt, witzeln sie. „Mein Name ist Gene“, ruft er denen, die seinen Namen nicht kennen wollen, zu. Auf welchen Gene und welche zu Matsch gewordene Leiche mag das nur anspielen?

Übrigens hätte ich es spannend gefunden, wenn eure ostentativ zur Schau getragene Frauenquote auch mal die Drecksarbeiter erreicht. Aber das nur am Rande.

Discovery Staffel 3 Folge 2: Folter, Tote und eine seltsame Moralpredigt

Stamets und der als Kerl durchgehende Spatzenschreck (Reno) winden sich vor Schmerz, wollen aber doch alles selbst machen. Sie feuern sich mit schmerzverzerrten Fressen sogar gegenseitig an. Die Folge der Hilfsverweigerung ist, dass man beinahe die Discovery verliert. Doch halb so wild. Am Ende lacht man über diese unbedeutende Posse.

Der Schurke der Woche kann nicht mal in der Nase bohren, ohne dass er seinen Menschenhass zur Schau trägt. Abweichler malträtiert er, dem Orgasmus nahe, mit Folterstrahlen. Georgiou wird natürlich auch ganz feucht, als der wie ein Cowboy Gekleidete ihre Unbotmäßigkeit mit Höllenqualen straft. Wie ein KZ-Wächter wütet die vielleicht 65 Kilo schwere Ex-Diktatorin kurz darauf selbst. Es wird am Vitamin-D-Mangel liegen, dass die Genicke der kraftstrotzenden Männer unverzüglich brechen.

Wenn Saru sich Georgiou am Ende in den Weg stellt, um zwar nicht mehr die Handlanger, aber wenigstens den Oberschurken zu retten, mag das zunächst ganz nett wirken. „So sind wir aber nicht. Nein, so sind wird nicht.“ Anschließend jedoch wirft man dem Schurken eine Decke zu und entlässt ihn in die tödliche Kälte des Planeten. Gnade nach Kurtzman-Art nennt man das vermutlich. Wobei der Typ ja eigentlich ein Schiff hatte. Ist aber schon drei Drehbuchseiten her, zählt also nicht mehr für einen Alex Kurtzman.

Meine Empfehlung: Ab in die Klapse

Hat die Crew der Discovery unmittelbar nach zwei hintereinander folgenden Ohnmachten, ausgerenkten Gelenken, gebrochenen Rippen, Gehirnerschütterungen und weiß der Teufel was, eben unmittelbar nach der missglückten Landung, einander echt gegenseitig beklatscht?

Oh Alex, so affektiert ist doch kein real existierender Mensch. Und so bösartig wie Georgiou und dieser Cowboy erst recht nicht. Darüber, dass das alles kein Star Trek mehr ist, brauchen wir auch gar nicht streiten. Viel mehr Sorgen bereitet mir gerade dein Geisteszustand.

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